Sprachentwicklungsverzögerung / Sprachentwicklungsstörung 

Unter einer Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) bzw. Sprachentwicklungsstörung (SES) versteht man ein zeitliches oder inhaltliches, nicht altersgemäßes Abweichen der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes. Diese kann insbesondere im Vorschul- oder Schulalter und in verschiedenen Ausprägungen und Symptomen auftreten. 

Artikulationsstörung

Bei einer Artikulationsstörung erfolgt die Anwendung der Laute falsch oder gar nicht. Ein bekanntes Beispiel ist das Lispeln (Sigmatismus), bei dem die Aussprache des Lautes /s/ fehlerhaft ist.

Phonologische Störung

Im Gegensatz zur Artikulationsstörung ist in der Regel hier das Lautinventar des Kindes vollständig. Die betroffenen Laute können isoliert fehlerfrei gebildet werden, jedoch kommt es bei der Anwendung innerhalb des Wortes zu Schwierigkeiten. Bedeutungsunterscheidende Merkmale von Sprachlauten fehlen. Zum Beispiel: 

/k/ wird zu /t/ (Katze wird zu Tatze, Kakao wird zu Tatao)

/r/ wird zu /h/ oder /l/ (Roller zu Loller oder Holler, Rot zu Lot oder Hot)

usw.

Myofunktionelle Störung (MFS)

Dabei handelt es sich um ein muskuläres Ungleichgewicht der Mund- und Gesichtsmuskulatur. Typische Symptome sind Zahnfehlstellungen, eine offene Mundhaltung, offener Biss, Zungenvorstoß beim Schlucken, Lautbildungsfehler, offene Mundecken,... Oftmals werden MFS von Zahnärzten oder Kieferorthopäden festgestellt, welche eine logopädische Therapie empfehlen. 

Dysgrammatismus 

Der Dysgrammatismus zeigt sich oftmals in einem fehlerhaft veränderten Satzbau. Beispielsweise ist der Satzbau (Ich holen Saft) oder auch die Wortform (Ich bin in den Garten gelauft) fehlerhaft. Darüber hinaus können die Pluralbildung, die Präpositionen oder die Artikel betroffen sein. 

Patricia Hübl, BSc

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